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Gut geplant – Räume ausmessen wie die Profis

Ein Umzug könnte so einfach sein. Doch bei der Planung der neuen Räumlichkeiten stellt sich oft die Frage: Passt alles? Ist ausreichend Laminat für den Flur vorhanden und findet Omas Schrankwand auch im neuen Wohnzimmer einen Platz? Das richtige Ausmessen beseitigt alle Unsicherheiten. 

Das richtige Maß: Warum Messen so wichtig ist

„Wie viele Quadratmeter?“ – Das ist die erste Frage vieler Menschen, die eine Wohnung oder ein Haus besichtigen. Während zu Beginn noch das persönliche Interesse hinter der Frage steht, wird im Laufe eines Umzugs die Größe der Räume vielmehr zu einem praktischen Thema. 

Die Wohnfläche ist im Inserat angegeben und wird vom Anbieter auf Nachfrage bestätigt. Auch im Grundriss ist die Fläche eingetragen. Warum also selbst noch einmal Räume ausmessen?

Zunächst einmal wirken leere Räume immer etwas größer, als sie eigentlich sind. Gerade bei Räumen, die keine rechteckige Form aufweisen, verschätzen sich die zukünftigen Bewohner gerne. Wird ein neues Sofa nach Augenmaß ausgesucht, folgt oft die böse Überraschung, wenn das Möbelstück anschließend den Raum dominiert. Heimwerker, die in ihrer Vorfreude einen Bodenbelag kaufen, laufen wiederum Gefahr, dass Laminat, Teppich & Co. nicht für den gesamten Raum ausreichen. 

Zum Glück gibt es eine Menge Hilfsmittel, mit denen alle notwendigen Maßangaben unkompliziert und mit wenig Zeitaufwand ermittelt werden können.


Zollstock, Geodreieck, Maßband und Co. zur Vermessung eines Raumes
Bildquelle: @fotoblend | pixabay

Welche Standard-Messinstrumente gibt es? 

Zum Ausmessen von Räumen gibt es verschiedene Messinstrumente, mit denen exakte Werte ermittelt werden können. Zu den gängigen Werkzeugen gehören: 
 

  • Das Maßband ist flexibel einsetzbar und eignet sich für die Messung kurzer Längen.
  • Mit dem Zollstock, offiziell Gliedermaßstab genannt, lassen sich Geraden von bis zu zwei Metern ausmessen. 
  • Das Rollbandmaß erleichtert das Messen von bis zu drei Metern dank Einrast- und Rücklauffunktion sowie einem Endhaken zum Befestigen des Bandes. 
  • Ein Laser-Entfernungsmesser berechnet nicht nur Abstände, sondern auch Flächen und Volumen zentimetergenau. 
  • Messgeräte auf Ultraschall-Basis senden und empfangen Schallwellen und berechnen daraus die Raumgröße. 
  • Verschiedene Smartphone-Apps ermöglichen die Erstellung eines Grundrisses in Minutenschnelle. Dazu werden entweder die Kamera oder die Kalibrierung der Handys genutzt. 

MEISTER Deckenpaneele in einem Nähzimmer
Tipp:
Die Wohnflächenverordnung reguliert offiziell nur den öffentlich geförderten Wohnungsbau. Sie wird jedoch – auch vor Gericht – als allgemein gültige Orientierung zur Berechnung der Wohnraumflächen genutzt, wenn im Mietvertrags nichts anderes angegeben ist.

So funktioniert richtiges Messen:

In der seit 2004 geltenden Wohnflächenverordnung ist definiert, welche Bereiche in die Ermittlung der Wohnfläche einfließen dürfen.

Besonders wichtig für Zimmer mit Dachschrägen: Stellen, an denen die Raumhöhe weniger als einen Meter beträgt, werden aus der Messung gänzlich ausgeschlossen. Beträgt die Raumhöhe einen bis zwei Meter, so fließen diese Flächen zu 50 Prozent in die Wohnflächenberechnung ein. Die Abweichung erweist sich als praktisch für alle, die niedriges Mobiliar wie ein Lowboard unterhalb der Schräge platzieren und deshalb mehr Raum in ihre Planung einbeziehen können. Bei Terrassen, Balkonen und Loggias darf nur ein Viertel der ermittelten Größe in die Wohnfläche einfließen. Daher gilt auch hier: Lieber zweimal messen als zweimal kaufen, beispielsweise wenn es um Böden geht.

Altbauwohnungen sind bekannt dafür, nicht immer gerade Wände oder Decken zu haben. Im Laufe der Zeit kommt es häufig vor, dass der Fußboden durchhängt. Wird die Raumlänge auf dem Boden gemessen, verfälscht dies unter Umständen das Ergebnis. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, misst waagerecht (unter Zuhilfenahme einer Wasserwaage) an der Wand entlang.

Bei maximal drei Metern Länge kommen aber alle traditionellen Hilfsmittel an ihre Grenzen. Angesichts des sich abzeichnen Trends zum offenen Wohnbereich ergeben sich schnell Raumlängen, die den genannten Rahmen sprengen. Moderne Probleme erfordern moderne Lösungen: Ein Laser eignet sich nicht nur, um Temposünder zu ermitteln, sondern auch zur Ausmessung von Räumen. 


Lasermessgerät auf Bauzeichnungen
Bildquelle: @Bru-nO | pixabay 

Flächenberechnung mit dem Laser-Entfernungsmesser:

Moderne Lasermessgeräte erfassen Raumlängen von bis zu 50 Metern mühelos. Dazu wird das Gerät an einer Wand platziert und mit seinem Sensor auf die gegenüberliegende Wand ausgerichtet. Auf Knopfdruck wird der Wert gespeichert. 

Laser-Entfernungsmesser sind wie nahezu alle elektronischen Geräte mit diversen Funktionen erhältlich. Wer die Messungen für das Ausland umrechnen möchte, muss dann nicht erst den Taschenrechner auspacken – auf Knopfdruck gibt der Entfernungsmesser die Distanz im gewählten Maß an. Andere Modelle bieten die automatische Berechnung der Fläche oder des Raumvolumens an. Damit wissen Heimwerker innerhalb weniger Minuten, wie viel Bodenbelag gekauft werden sollte. Wer die Ergebnisse beim nächsten Besuch im Baumarkt schnell zur Hand haben möchte, kann sie sich auch via Bluetooth auf das Smartphone senden lassen.


Bildquelle: @ Bru-nO | pixabay 

Experten-Tipps: 

Aus Expertensicht erweisen sich Zollstöcke aus Kunststoff über einen langen Gebrauchszeitraum als besonders zuverlässig. Denn anders als Holz verzieht sich das Material nicht im Laufe der Jahre. Maßstäbe von hoher Qualität sind mit der Genauigkeitsklasse III versehen – das entspricht einer Messtoleranz von 1,4 Millimetern auf zwei Meter Messlänge.

Flexible Maßbänder sind für die schnelle Messung besonders praktisch, stellen aber nicht das Maß der Dinge dar: Sie neigen dazu, sich durch wiederholte Nutzung auszudehnen. Genaue Ergebnisse sind irgendwann nicht mehr garantiert. Auch die Ergebnisse von Ultraschallmessgeräten sind mit Vorsicht zu genießen. Die Geschwindigkeit der Schallwellen kann durch das Raumklima – etwa Luftfeuchtigkeit – beeinträchtigt werden.

Mit Smartphone-Apps kann schnell ein Grundriss von Räumen erstellt werden. Viele der Programme überzeugen mit ihren Ergebnissen, dienen aber nicht der genauen Messung. Abweichungen von mehreren Zentimetern sind durchaus üblich. Die Angaben sind also kaum geeignet, um beispielsweise den Bedarf an Bodenbelägen zu berechnen.

Das ist beim Ausmessen zu beachten:

  • Grundriss:
    Vor der Renovierung selbst Maß anlegen und nicht ausschließlich auf die Maßangaben des Grundrisses verlassen. Insbesondere bei Dachschrägen kann es zu Abweichungen kommen
  • Auf Nummer sicher: 
    Bei Bodenbelägen besser eine Verschnittmenge von etwa zehn Prozent zu den ermittelten Messwerten einkalkulieren. 

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